Der leere Raum

Eine pantomimische Reise durch den leeren Kirchenraum



Der leere Raum

Eine pantomimische Reise durch den leeren Kirchenraum.

 

Gilsbach beschränkt sich bei diesem Spiel nicht nur darauf, die reine Räumlichkeit wie Fläche, Tiefe, Höhe, Weite in Szene zu setzen.

 

Er geht sogar so weit zurück, dass sich aus dem leeren Raum langsam , der Atem, das pulsierende Leben entwickelt.

 

Weitere Bilder entstehen. Die Geburt aus dem Nichts. Geboren aus einer steinernen Säule.

Über den Prozess der Abnabelung beginnt nun eine neugierige Entdeckung des leeren Raumes.

Gemeinsam mit dem Publikum werden Höhen und Tiefen in ganz neue Blickwinkel gesetzt.

 

Auf dem Höhepunkt der dadurch entstandenen Lebensfreude beginnen sich diesem nun menschlichen Lebewesen erste Stolpersteine in den Weg zu legen.

 

Ein erster Faden taucht auf, der durch den Raum gezogen wird- weitere fügen sich dem hinzu. Bis auf dem Gipfel der Verstrickungen unser menschliches Lebewesen auf den Kirchenboden sinkt.

 

Durch den nachvollziehbaren Prozess des Los- lassens, entdeckt das nun menschgewordene Lebewesen, mit seinen nun sehenden Augen, nicht nur den Kirchenraum neu, sondern entdeckt nun auch die anwesenden Zuschauer.

 

Durch diesen bewegenden Moment der Begegnung vollzieht sich für alle der Schritt in die Menschlichkeit.

 

Das letzte Bild entführt unseren Menschen in die Zukunft. Er durchschreitet eine lichtdurchflutete Wand und entschwindet mit einem immer größer werdenden Schatten, für alle sichtbar in die Zukunft.

 

Premiere am 27. Februar 2013 und Wiederaufnahme am 24. April 2013 in der St. Agnes Kirchengemeinde zu Hamm.

 

Dauer: 50- 60 min.

Rückmeldungen

"Da hast du dir aber was gutes ins Haus geholt."  (Von Geistlichem zu Geistlichem.)

 

"Ich habe mir gerade für Ihre nächste Vorstellung Karten vorbestellt! Und meine Freundin bringe ich auch mit."

 

"Eine bessere Predigt zur Osterzeit ganz ohne Worte kann ich mir nicht vorstellen."


"Der leere Raum"

Kath. Pfarrkirche St. Laurentius Senden, 15. Januar 2017

Pressebericht von Dieter Klein

Pantomime Christoph Gilsbach stellte in St. Laurentius Werden und Vergehen dar: Erschreckend schöne Lebensbilder

 

Im „leeren Raum“ von St. Laurentius zeichnete der Pantomime Christoph Gilsbach in beeindruckenden Bildern den menschlichen Lebensweg vom Werden bis zum Vergehen in würdigem Sterben.

Im „leeren Raum“ von St. Laurentius zeichnete der Pantomime Christoph Gilsbach in beeindruckenden Bildern den menschlichen Lebensweg vom Werden bis zum Vergehen in würdigem Sterben. Foto: Dieter Klein

Senden -Eine beeindruckende Pantomime erlebten die Besucher in St. Laurentius: Den leeren Kirchenraum füllte Christoph Gilsbach pantomimischen mit Bildern des menschlichen Lebensweges von der Geburt bis zum Tod in Würde.

 

Ein Erlebnis am Sonntagnachmittag, das wohl kein Kirchenbesucher in Senden vergessen wird, war der Themenabend des Hospizkreises „Der leere Raum“ – der Raum in dem Geburt, Leben, Sterben und Tod geschehen.

Die Gruppe, die auf ein 20-jähriges Bestehen zurückblickt, hatte dazu den Pantomimen Christoph Gilsbach gewinnen können. Ein Künstler, der es wie kaum ein Anderer versteht, den Lauf des Lebens darzustellen. Für die Hospizbewegung, deren Bemühungen darin bestehen, Sterbenden bis zuletzt ein würdiges Leben zu ermöglichen, gilt Gilsbachs Pantomime als überwältigendes Beispiel, um dieses Anliegen deutlich werden zu lassen.

 

Christoph Gilsbach nutzte den dunklen, nahezu völlig ausgeräumten Kirchenraum von St. Laurentius in erschreckend schöner Vollendung. Eingeengt in einem hellen Foliensack, einer Fruchtblase gleich, entwickelt sich der Fötus Mensch von der anfänglich scheinbar leblosen Zelle bis zum heftig strampelnden Individuum. Das schließlich erschrocken und ungläubig in die Welt hinaus purzelt.

 

Immer noch gefesselt an die blutrote Nabelschnur beginnt das Menschlein seine Umgebung zu erkunden. Erst nur umschauend. Dann langsam tastend, schnuppernd, hörend. Schließlich zerreißt es seine rote Fesselschnur und springt in die Freiheit.

Nicht lange. Plötzlich erkennt der nun schon fertige Mensch, dass er alleine ist. Die Neugier plagt ihn. Und er sieht dann am Rande des Lichts andere wie er: die Zuschauer. Zögerlich nähert er sich ihnen. Und weil ihm nichts passiert, versucht er sich mit ihnen zu verbinden. Zieht Fäden durch den Raum. Erst einzelne, dann immer mehr. Fesselt sich an die „Anderen“. Schnell werden es mehr Fäden. Erst dünne, dann breitere. Der Mensch übersieht, dass er sich immer mehr einengt . . . Und erstickt.

 

Ein schreckliches Ende? Keineswegs. Sofort löst sich der Sterbende von den Bindungen. Er sieht ein helles Licht. Geht darauf zu. Winkt den Zurückgebliebenen fröhlich zu. Dann nimmt ihn die Helligkeit auf. Ende!

Die längst in der Dramatik der Vorstellung erstarrten Menschen atmen auf. Lösen sich. Lächeln. Sie haben erkannt, was der Pantomime ihnen sagen wollte. Das, was dem Credo der Hospizbewegung gleicht: „Das Sterben, gehört zum Leben dazu. Als helles Licht am Ende der Dunkelheit.“


"Der leere Raum"

St. Dionysius Havixbeck 11.03.2016